MITTKOM beim #ktag2019

Am 9. Mai 2019 findet in Wien der 7.Österreicher Kommunikationstag statt. Ähnlich wirtschaftlich strukturiert wie Deutschland darf das Thema „Mittelstandskommunikation“ nicht fehlen. Als junges Forschungsfeld wird es in diesem Jahr erstmals dort vertreten sein.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Katharina Scheyerer-Janda stellen wir den Teilnehmern aus Wirtschaft, Öffentlichen Institutionen und Beratungsunternehmen den Forschungsstand vor und diskutieren über die Erfahrungen und Abweichungen.

Programminfos zum #ktag 2019 gibt´s unter: https://prva.at/events/kommunikationstag.

Kommunikation im Mittelstand neu betrachtet

So mannigfaltig das Feld inhabergeführter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ist, so besonders sind ihre Organisations- und Entscheidungsprozesse. Sie folgen eigenen Regeln, bevorzugen kurze Planungshorizonte, agieren situations- und anlassbezogen und nicht selten nach dem Trial- und Error-Prinzip.
So gar nicht nach Lehrbuch und trotzdem erfolgreich?

Obwohl KMU vor den gleichen Herausforderungen stehen wie große Unternehmen und ebenso unter dem Druck von Fachkräftemangel und Digitalisierung neue Wege gehen müssen, tun sie dies auf eine andere Art und Weise. Allein am Beispiel der Kommunikationsarbeit lassen sich deutliche Unterschiede erkennen. Dies ist nicht zuletzt den eingeschränkten personellen und zeitlichen Ressourcen geschuldet.

Krisenkommunikation, digitale Transformation, Bewegtbilder, SMART Data-Nutzung oder interne Kommunikation sind wichtige Themen, die gerade erst auf die Agenda der Mittelständler rücken. Es braucht somit eigene Austauschplattformen, da trotz aller gemeinsamen Herausforderungen markante Unterschiede zu großen Unternehmen bestehen. Bei KMU handelt es sich nicht um herunterskalierbare Konzernstrukturen. Sie spielen nach eigenen Regeln, orientieren sich vorwiegend an den vorhandenen Ressourcen statt an strategischen Zielen, bevorzugen kurze Planungshorizonte, agieren situations- und anlassbezogen nach iterativen Trial- und Error-Schleifen.

Nicht nach Lehrbuch und trotzdem erfolgreich – wie geht das?

Eine Besonderheit stellt die Einheit von Eigentum und Leitung – oftmals sind es die Geschäftsführer selbst, die die Kommunikationsprozesse neben einer Vielzahl anderer Leitungsaufgaben verantworten. Diese Rahmenbedingungen erschweren ein langfristiges, planvolles Vorgehen. Glücklicherweise hält dieser Umstand Kommunikatoren in kleinen und mittleren Unternehmen nicht davon ab, trotzdem mutig neue Wege einzuschlagen, die vielmals ebenso zum Erfolg führen. Ich selbst bin seit 2005 Jahren als PR-Beraterin tätig und unterstütze im Rahmen meines Dissertationsprojekts das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau, wo ich mich insbesondere mit dem strategischen Kommunikationsmanagement von KMU beschäftigt. Mein Eindruck: Für die wenigsten gehört gezielte Kommunikation zum Tagesgeschäft, um wertschöpfend zur Erreichung der Unternehmensziele beizutragen – doch diese Einstellung ändert sich derzeit im Angesicht der neuen Herausforderungen. Allerdings stelle ich mit dem Fokus auf die KMU-Kommunikation auch fest, dass sich diese
selten in den Best-Practice-Beispielen der Groß- und Vorzeigeunternehmen bzw. in den Lehrbüchern wiederfinden. Inhaltlich, finanziell und personell benötigen sie eher pragmatische Vorgehensweisen, die an ihre Ressourcen und Strukturen angepaßt sind.

Vor diesem Hintergrund interessiert mich insbesondere, welchen Rahmenbedingungen die Kommunikationsarbeit in KMU unterliegt,
wie Strategien im Mittelstand entwickelt werden und welche Erkenntnisse daraus für die theoretische Fundierung gezogen werden müssen. Indem wir Kommunikatoren auch auf theoretischer Basis das notwendige, praktikable Rüstzeug zu geben, können diese dazu beitragen, das Wertschöpfungpotenzial von Kommunikation im Mittelstand zu entfalten.